Das Sammelgebiet AM-Post

Das Sammelgebiet umfasst nur 35 verschiedene Marken und nur wenige Ganzsachenausgaben. Das erscheint auf den ersten Blick recht übersichtlich. Aber die Zeit der AM-Post Marken war keineswegs übersichtlich, so dass es sehr viele verschiedene Nischen gibt, auf die man sich stürzen kann, um seine eigene Sammlung aufzubauen.
Ob es eine Sammlung für die Öffentlichkeit im Rahmen eines Wettbewerbes ist, oder ob man die Sammlung "nur" zur eigenen Freude anlegt, bleibt selbstverständlich jedem Sammler selbst überlassen.
Diese Seite soll dem AM-Post Anfänger einen ersten Einblick in das Sammelgebiet geben. Möglicherweise erhält aber auch der fortgeschrittene Sammler ein paar neue Ideen, um seine Sammlung zu erweitern.

 

 Druck  Papier  Bogenränder Zähnungen Abarten Portostufen Stempel
             
Ganzsachen Postgeschichte        

 

Unterscheidungsmerkmale des Drucks

Die AM-Post Marken wurden von den Alliierten in drei Ausgaben herausgegeben. Man unterscheidet Amerikanischen, Englischen bzw. Britischen und Deutschen Druck.
Die verschiedenen Drucke lassen sich wie folgt erkennen:

 


Amerikanischer Druck

Britischer Druck

Deutscher Druck
Die Marken des Amerikanischen Drucks haben immer die Zähnung 11. Im Gegensatz zum Deutschen Druck ist hier kein weißes Dreieck und kein weißer Strich im Ornament zu finden. Alle Marken mit einer engen Zähnung (141/4 bis 143/4) stammen immer aus dem Britischen Druck.

Die Marken des Deutschen Drucks sind weit gezähnt (11 - 111/2) und zeigen im oberen Ornament ein kleines weißes Dreieck sowie einen weißen Strich im unteren Ornament. Alle Werte ab 30 Pfennig sind immer aus dem Dt. Druck.

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Papierunterschiede

Bei allen drei Ausgaben wurden während der verschiedenen Druckphasen teilweise auch unterschiedliche Papiersorten eingesetzt. 
Bei den unterschiedlichen Ausgaben werden teilweise die gleichen Bezeichnungen verwendet, es kann aber sein, dass die Papiereigenschaften erheblich voneinander abweichen.

Beim Amerikanischen Druck unterscheidet man drei verschieden Papiersorten:
 
 

x-Papier

dickes, glattes, weißes Papier, kräftige Farben, 0,11mm (1. Auflage)

 

y-Papier 

dünnes, glattes, weißes Papier, kräftige Farben, 0,08 bis 0,09 mm (1. Auflage)

 

z-Papier

dickes, raues wolkiges Papier, das graustichig bzw. gelblich bis bräunlich ist und holzartige Einschlüsse hat und matte Farben, 0,10 bis 0,12 mm (mehrere Auflagen)

 Beim Englischen Druck kamen ebenfalls drei verschiedene Papiersorten zum Einsatz:
 
 

x-Papier 

 weißes Papier mit dicker gelblicher Gummierung, 0,09 bis 0,10 mm (1. Auflage)

 

y-Papier

dünnes, transparentes, weißes Papier mit gelber, glatter Gummierung, 0,065 bis 0,085 mm (1. Auflage)

 

z-Papier

dünnes, kaum transparentes und leicht gelbliches Papier,
 weiße bis leicht gelbliche (raue, brüchige) Gummierung (2. Auflage)


Beim Deutschen Druck kennt man folgende Papiersorten:

 
 

v- Papier 

ähnlich dem x-Papier, die Farben unterscheiden sich aber im UV-Licht

 

w-Papier

Kartonpapier, weiß-gelblich, teils mit bräunlicher Gummierung, sonst ohne Gummi

 

x- Papier

weißes bis leicht graustichiges, glattes, glasiges, dünnes Papier mit glänzend streifiger Gummierung,
0,07 bis 0,08 mm (wird auch als Etikettenpapier gezeichnet)

 

y- Papier

dickes, graustichiges, schlechtes Papier (unter der UV-Lampe wird die Farbe violettgrau), flach steigende Papierstreifung, diagonal genetzte Gummierung, 0,09 mm (wird auch als Bremer Papier bezeichnet)

 

z- Papier

weißes bis leicht getöntes Papier, 0,07 bis 0,095 mm (wird auch als Alfelder Papier bezeichnet)

Auf eine bildliche Darstellung wurde an dieser Stelle verzichtet, da die Unterschiede teilweise nur schlecht zu erkennen sind.

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Bogenränder

Wem die Marken nicht ausreichen, der kann sich um die Bogenränder kümmern. Von den Beschriftungen beim Amerikanischen Druck, seinen Schnittlinien, über die Plattennummern, die Passkreuze und Passerlöcher beim Britischen Druck bis hin zu den Bogenzählnummern, Packer- und Kontrollkürzeln gibt es ein weites Betätigungsfeld. Eine kleine Auswahl von Bogenrandzudrucken zeigen die folgenden Bilder:

   
Amerikanischer Druck
Schnittlinien
Amerikanischer Druck
Plattennummer

   

 

Britischer Druck
Plattennummer 2B und einer Bogennummer

   

   
Deutscher Druck
ohne Bogenzählnummer
Deutscher Druck
vierstellige Bogenzählnummer

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Zähnungen

Als Zähnung wird in der Philatelie die Anzahl der Zähnungslöcher auf einer Strecke von 2 cm definiert. Es hat sich eingebürgert, dass die Zähnung mit einer Genauigkeit von 0,25 (1/4) angegeben wird.

Um nicht immer die Anzahl der Löcher messen zu müssen, gibt es sogenannte Zähnungsschlüssel aus Papier (nicht mehr zeitgemäß) oder aus Plastik. Um auch Marken auf Belegen messen zu können, sollten Sie bei einer Neuanschaffung darauf achten, dass die Folie durchsichtig ist.

In letzter Zeit haben sich elektrische oder Computer-gestützte Mess-Systeme etabliert. Nähere Auskünfte erhalten Sie im Fachhandel.

  Amerikanischer Druck Zähnung zwischen 10 3/4 und 11   keine Unterscheidung zwischen den Zähnungen
           
  Britischer Druck A 141/4   Verzähnungen kommen immer wieder vor. Sie reichen von kleineren Verschiebungen der Zähnung, über total verzähnte Marken bis hin zu einseitig ungezähnten Marken.
Um bei den einseitig ungezähnten Marken die Echtheit beweisen zu können, ist es notwendig, diese im Paar oder mit kpl. Bogenrand zu sammeln.
Weitere Zähnungen können theoretisch vorkommen, werden aber bisher nicht katalogisiert.
    B 141/4 : 141/2  
    C 141/4 : 143/4  
    D 141/2 : 141/4  
    E 141/2  
    F 141/2 : 143/4  
    G 143/4 : 141/2  
         
           
  Deutscher Druck A 11   Zähnungen mit 103/4 kommen ebenfalls vor, werden aber nicht katalogisiert.
    B 11 : 111/2  
    C 111/2 :11  
    D 111/2  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zähnung A

Zähnung B

Zähnung C

Zähnung D

Weitere, allgemeine Hinweise zur Zähnung:

Manche Sammler nutzen auch eine geprüfte Marke als Vergleichsstück. Man legt dann einfach die Marke mit der bekannten Zähnung über / unter die andere Marke und kann dann feststellen, ob die Zähnung gleich, größer oder kleiner ist.

Sie sehen, dass es viele Methoden gibt, die Zähnung einer Marke zu bestimmen.

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Abarten

Bei allen drei Drucken kommt eine Unmenge von Abarten vor. Der Blick in den "Deutschland Michel Spezial" gibt einen ersten Eindruck über die Vielfalt der Abarten. Aber das dort Gelistete ist nur eine kleine Menge der Abarten/Druckzufälligkeiten, die es zu entdecken gibt. Machen Sie sich auf die Suche. Egal ob Sie postfrisch, gestempelt oder gar Abarten auf Brief sammeln wollen - Sie werden Ihre (Entdecker-)Freude haben. Ein kleiner Vorgeschmack, was Sie erwartet, wenn Sie sich auf die Abarten stürzen, ist hier zu sehen.

     

Abart 6 VIII
Strich im "F" von rechtem PFENNIG

Abart 21 I
rechte "8" gebrochen

Abart 34 I
"0" von rechter "80" mit Zierlinie verbunden

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Portostufen

Für viele Sammler ist eine Portostufensammlung das Salz in der Suppe. In den wenigen Monaten, in denen die AM-Post Marken Gültigkeit besaßen, gab es zur Freude der heutigen Sammler sogar eine Portoänderung für die meisten Tarife. Bis zum 28.2.46 waren die alten Tarife des Deutschen Reiches gültig, ab dem 1.3.46 galten dann neue Tarife.
Da sich die meisten Einsteiger sicherlich für die gängigsten Portostufen interessieren, sind diese hier aufgelistet. Für das vertiefende Studium sei auf die einschlägige Literatur verwiesen.

Beschreibung Inland   Ausland
  bis 28.2.46 ab 1.3.46 ab 1.4.46,  vorher kein
Ortstarif Postkarte 0,05 0,10 Auslandsverkehr zugelassen
  Brief bis 20 gr. 0,08 0,20  
  Brief von 20gr - 250 gr. 0,16 0,30  
  Drucksachen bis 20 gr.      
Fernverkehr Postkarte 0,06 0,12 0,45
  Brief bis 20 gr. 0,12 0,24 0,75
  Brief von 20gr - 250 gr. 0,24 0,48 1,20
  Drucksachen bis 20 gr. 0,03 0,06  
Gebühren Einschreiben 0,30 0,60  
  Eilzustellung 0,40 0,80  
  Wertbrief bis 100 RM / DM 0,50 1,00  

Aus der AM-Post Zeit gibt es häufig überfrankierte Belege.

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Stempel

Noch ein Gebiet, auf dem man sich so richtig austoben kann. Was während der AM-Post Zeit auf Grund der turbulenten Zeiten alles an Stempeln verwendet wurde, ist nahezu unglaublich. Es wurden Stempel, die etwa seit Gründung des Deutschen Reiches eingelagert waren, wieder aus dem Keller geholt und verwendet. Es gibt verschiedene Normstempel (Zweikreisstempel, Kreisstegstempel mit Gitterbogen, Kreisstegstempel mit
Bogen), Handrollenstempel, Ortswerbestempel, Maschinenstempel usw., usw. Natürlich sollten auch die verschiedenen Notstempel nicht vergessen werden. Auf diesem Gebiet gibt es sicherlich noch einiges an Neuem zu entdecken.

   

Einkreisstempel (Alt-Württemberg)

Handrollstempel

     
     

Kreisstegstempel mit Bogen

Sonderstempel

Zweikreisstempel

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Ganzsachen

Ganzsachen sind Formulare aller Art, die durch einen aufgedruckten Wertstempel oder einen gleichwertigen Freivermerk die Inanspruchnahme einer im voraus bezahlten postalischen Dienstleistung ermöglich und zur Beförderung von Daten oder Gegenständen dienen.

Während der AM-Post-Zeit wurden in der amerikanischen und britischen Zone, dem Verwendungsgebiet der AM-Post-Wertzeichen folgende Arten von Ganzsachen herausgegeben:

Dauerausgaben: der eingedruckte Wertstempel entspricht dem Muster einer Freimarke oder der Werteindruck wurde für die Ganzsachenausgabe eigens gestaltet.
Die Ausgabevielfalt ist im Bereich AM-Post-Dauerausgaben beschränkt. In der britischen Zone und in Bayern wurde jeweils eine 5-Pf-Orts- und eine 6-Pf-Fernpostkarte herausgegeben, die sich in den Farbe der Wertstempel und in der Formulargestaltung unterscheiden (Abb. 1 und 2).
Im Bereich der RPD Stuttgart wurde eine 5-Pf-Orts- und eine 6-Pf-Fernpostkarte mit einem eigens gestalteten Wertstempel herausgegeben (Abb. 3).

Notausgaben: provisorischer Freivermerk durch Handstempelaufdrucke „Gebühr-bezahlt“ oder maschinelle Freistempler auf Formularen jeglicher Art, die am Schalter verkauft wurden.
Entscheidend ist bei den Notausgaben der provisorische Handstempel- oder Freistempelaufdruck. Das verwendete Formular spielt nur eine untergeordnete Rolle für die Katalogisierung der einzelnen Ausgaben.
Von besonderem Interesse sind die aufgewerteten AM-Post-Dauerausgaben nach der Portoerhöhung vom 1.3.1946 (Abb. 4-7). Zusätzlich gibt es aus der AM-Post-Zeit auch noch eine Vielzahl weiterer Ausgaben auf den unterschiedlichsten Formularen, in den unterschiedlichsten Herstellungsvarianten.

Daneben gibt es noch Aufbrauchausgaben (Freivermerk im Buchdruckverfahren auf alten Vorkriegsformularen, speziell alten Hitlerganzsachen – Abb. 8 und 9) und Behelfsganzsachen (Freivermerk im Buchdruckverfahren auf neuen Nachkriegsformularen - Abb. 10).

 
Abb. 1 (Britisch)   Abb. 2  (Bayern)
 
Abb. 3 (RPD Stuttgart)   Abb 4
 
Abb. 5   Abb. 6
 
Abb. 7   Abb 8
 
Abb. 9   Abb 10

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Postgeschichte

In der Bearbeitung

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