Ein paar Hinweise zur Fälschungserkennung
Marken
Die gute Nachricht zuerst: Es gibt so gut wie keine aktuellen Markenfälschungen. Die alten Fälschungen (z.B. Winter, Thobe) sind seit langem bekannt und mit der richtigen Literatur recht einfach zu erkennen. Diese Fälschungen sind heute gesucht und erzielen z.T. bemerkenswerte Preise.
Stempel
Wirkliche Stempelfälschungen
gibt es aus der AM-Post Zeit nur sehr wenige. Allerdings wurden AM-Post Marken
nach der Gültigkeit mit rückdatierten Stempeln entwertet. Besonders bei den höheren Wertstufen kommen solche Abstempelungen vor.
Eine Prüfung von teureren Marken durch den zuständigen Prüfer ist häufig
zwingend notwendig. Allerdings kann man Prüfgebühr sparen, wenn man sich den
Stempel genauer ansieht. Folgende Fragen sollten Sie für sich beantworten, bevor
Sie eine Marke zur Prüfung schicken:
Liegt das Stempeldatum innerhalb der Gültigkeit der AM-Post Marken?
Bei Werten ab ca. 42 Pfennig: Ist das Stempeldatum ein Sonntag? Wenn ja, wurde
der Stempel
wahrscheinlich missbräuchlich verwendet, da höhere Wertstufen in der Regel für
Sonderleistungen benötigt wurden. Um diese Sonderleistungen in Anspruch nehmen
zu können, musste der Beleg bei einem Postamt aufgegeben werden. Diese waren
aber sonntags geschlossen.
Farben
Es sollte immer beachtet werden, dass Farben durch verschiedene Faktoren
(z.B. Licht) verändert werden können. Weiterhin sollte man sich farblich nicht
"reich sehen". Die billigeren Farben haben in der Regel verschiedene Farbtönungen.
Um Farben exakt bestimmen zu können, benötigt man einiges an Vergleichsmaterial,
und in der Regel ist die Prüfung des Verbandprüfers unerlässlich.
Fälschungen
Stempel "(20) Bockenem - c
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Vom Stempel (20) Bockenem –c gibt es eine Vielzahl von hauptsächlich R-Briefen mit rückdatierten Stempeldatum ab Dezember 1945. Die Briefe sind überwiegend mit teuren AM-Post-Marken oder Marken der I. Kontrollratsserie (u.a.: EF der Nummer 930 vom 1.2.1946) frankiert. Alle diese Briefe lassen sich einer Produktionsserie zuordnen. Erkennungsmerkmal ist der fehlende waagerechte Strich vor der Uhrzeitangabe im Stempel. Dieses Merkmal kommt auf zeitgerechten Stempelabschlägen erst ab September 1947 vor. (aus RB 86/September 2007 der Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST)
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Beim Zweigpostamt Braunschweig 7 wurde u.a. der Tagesstempel mit dem Kennbuchstaben –b vielfach mit rückdatierten Datumseinstellungen missbräuchlich verwandt. Hiervon ist eine Serie von Einschreibebriefen bekannt, die aus einer Produktionsserie stammen dürfte. Beispielhaft ist ein Einschreibebrief vom 21.10.1945, frankiert mit Mi-Nr.: 21 (Viererblock mit roter vierstelliger Bogenzählnummer), und Mi-Nr. 22, abgebildet. Der Brief weist einen gleichfalls rückdatierten Ankunftsstempel „Wendhausen über Braunschweig“ vom 23.10.1946 auf. Weitere gleichartige Einschreibebriefe liegen vom 18.10.1945 bis 3.6.1946 mit R-Zetteln der gleichen Typs, Nummern 2 bis 384 vor. Merkmale dieser Verfälschungen sind: 1. R-Zettel einer Buchdruckausgabe, die erst ab März 1946 im westdeutschen Raum für die gesamte britische Besatzungszone gedruckt wurde. Eine Verwendung im Oktober 1945 ist ausgeschlossen. 2. Der Absenderstempel auf der Rückseite weist die Postleitzahl (20 b) auf. Diese Postleitzahl wurde erst am 25.10.1946 eingeführt. Auch die anderen Einschreibebriefe weisen im Anschriftenbereich oder bei den Absenderangaben eine zeitgemäß falsche Postleitzahl auf. Häufiger liegen Umschläge mit der eingedruckten Absenderangabe: „Gärtnerei Oppelt, (20b) Braunschweig“ vor. 3. Die Einschreibebriefe sind stets an Anschriften in Wendhausen über Braunschweig gerichtet; der Ankunftsstempel „Wendhausen über Braunschweig“ ist mit unterschiedlichen rückdatierten Datumseinstellungen belegt. 4. Der Tagesstempel „Braunschweig 7 –b“ weist keine Uhrzeitangabe auf. (Weitere Informationen zu Braunschweig Stempeln im Rundbrief 86/September 2007 der Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST)
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Notganzsachen
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Gefälschte Notganzsachen dieser Machart werden in letzter Zeit häufiger angeboten. Der „Gebühr bezahlt“-Stempel war in Bayern und den pfälzischen Gebieten, die ehemals zu Bayern gehörten, weit verbreitet und bereits vor der Inflationszeit bis in die Nachkriegszeit im Einsatz. Der Stempel ist auf ungebrauchten AM-Post-Ganzsachen der amerikanische und britischen Zone, auf Behelfsganzsachen der amerikanischen und britischen Zone und Ganzsachen der I. Kontrollratsserie angebracht. Die Abschläge des Stempels erfolgten in verschiedenen Farben. Die Wertangabe ist handschriftlich vermerkt. (aus Rundbrief 86/September 2007 der Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST) |
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